Es gibt vermehrt Anforderungen, ISDN-Telefonanlagen weiter zu betreiben. Tiptel bietet zwei Möglichkeiten die ISDN-Umgebung am VoIP-Anschluss zu nutzen. Zum einen kann ein ISDN-Gateway eingesetzt werden, wie z.B. das tiptel Yeastar Neogate TB200, oder es kann eine VoIP-Telefonanlage vor die vorhandene ISDN-Telefonanlage gesetzt werden. Die ISDN-Telefonanlage wird dann als Unteranlage weiterbetrieben.

Das hat den entscheidenden Vorteil, dass einzelne Mitarbeiter migriert werden können oder sogar Dual per ISDN und VoIP arbeiten können.

In dieser Anleitung wird eine tiptel Yeastar MyPBX U100 mit einem B2-Modul eingesetzt. Dahinter wird z.B. eine tiptel.com 811 betrieben.

In diesem einfachen Beispiel nutzen wir jeweils zwei interne Teilnehmer an jeder Telefonanlage. Ziel ist es, dass alle Teilnehmer problemlos untereinander telefonieren und vermitteln können.

Interne Rufnummern MyPBX U100: 300, 301
Interne Rufnummern tiptel.com 811: 200, 201

Wir zeigen an dieser Stelle die Einrichtung in der MyPBX U100, da die Einstellungen auf Seiten der ISDN-Telefonanlagen bei jedem Hersteller unterschiedlich sind.

 

Einstellung ISDN-Port MyPBX U100

Sobald das B2-Modul erfolgreich in die Telefonanlage eingesetzt ist, können die beiden ISDN-Ports unabhängig voneinander konfiguriert werden. Dazu öffnet man die Web-Oberfläche und navigiert zu MyPBX -> Physikalische Ports und wählt den entsprechenden Port aus.

ISDN1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der ISDN-Anschluss wird als interner Anlagenanschluss betrieben (BRI-NET). Wie im Bild zu sehen, ist es außerdem wichtig, folgende Einstellungen zu ändern:

Overlap-Dial: Ja
Rücksetzen-Intervall: 7200

Overlap-Dial bedeutet, dass eine Nachwahl möglich ist. Das Rücksetzen-Intervall setzt den inaktiven Port zurück. Die Zeit wird in Sekunden angegeben. In unserem Beispiel würde der Port nach 7200 Sekunden ohne Nutzung zurückgesetzt.

Alle anderen Einstellungen bleiben unverändert. Es muss darauf geachtet werden, dass im Bereich "Wählregeln" die ISDN-Pläne auf unbekannt (unknown) stehen.

 

Einstellungen ISDN-Telefonanlage

Die ISDN-Telefonanlage muss entsprechen umkonfiguriert werden, da das Amt für die ISDN-Telefonanlage nun von der MyPBX100 erzeugt wird. Der ISDN-Port der Telefonanlage muss, falls noch nicht geschehen, auf die Betriebsart Anlagenanschluss umgestellt werden.

Bei der Konfiguration des Ports wird keine Stammnummer vergeben. Es werden nur die Durchwahlen eingetragen. Die Durchwahlen sollten den internen Rufnummern des jeweiligen Teilnehmers entsprechen.

 

Überprüfung ISDN-Verbindung:

Auf der Statusseite der Web-Oberfläche der MyPBX U100 kann der Status der ISDN-Verbindung geprüft werden:

ISDN2

 

Konfiguration Routing:

Damit zwischen den Anlagen telefoniert werden kann, müssen noch die Routen in der MyPBX U100 gesetzt werden.

Die abgehende Route dient dazu, dass die internen Teilnehmer der MyPBX U100 (300 und 301) die Teilnehmer in der ISDN-Anlage (200 und 201) erreichen können. Folgende Einstellungen müssen dazu vorgenommen werden:

ISDN6

Routenname: Kann frei vergeben werden
Wählmuster: Hier werden die internen Rufnummern der ISDN-Anlage eingetragen, die als Durchwahlen definiert wurden. In diesem Beispiel die 200 und 201
Mitglieder-Nebenstellen: Es werden die Nebenstellen der MyPBX U100 ausgewählt, die die Rufregel nutzen dürfen
Mitglieder-Verbindungen: Es wird der entsprechende ISDN-Port ausgewählt, der mit der ISDN-Anlage verbunden ist.

 

Es muss nun noch die eingehende Route gesetzt werden. Diese Route dient dazu, die Nebenstellen der ISDN-Anlage mit den Nebenstellen der MyPBX U100 zu verbinden. Es muss für jede Durchwahl eine eigene Regel angelegt werden:

ISDN4

Routenname: Kann frei vergeben werden
DID Nummer: Die Rufnummer des internen MyPBX U100 Teilnehmers. In diesem Beispiel die Rufnummer: 300
Verfügbare Verbindung: Es wird der entsprechende ISDN-Port ausgewählt, der mit der ISDN-Anlage verbunden ist.
Zeitsteuerung: Zeitschaltplan auswählen
Tagesbetrieb: Nebenstelle auswählen. In diesem Beispiel die Rufnummer 300
Nachtbetrieb: Nebenstelle auswählen. In diesem Beispiel die Rufnummer 300

 

Die Konfiguration ist damit abgeschlossen. Sie können nun die internen Rufnummern jedes Teilnehmers wählen. Bei einigen ISDN-Telefonanlagen, muss evtl. eine führende Null vorangestellt werden, falls diese keine automatische Amtsholung unterstützten.