In den Grundeinstellungen der MyPBX-Telefonanlagen ist nicht vorgesehen, pro Nebenstelle zwei Endgeräte zu nutzen. Allerdings gibt es in einigen Bereichen die Anforderung, dass ein Teilnehmer zwei Geräte unter seiner Durchwahl nutzen kann. Ein klassisches Beispiel ist der Bedarf nach einem Tischtelefon und einem DECT-Telefon.

Es gibt drei Möglichkeiten, diese Bedingungen in den MyPBX-Telefonanlagen zu realisieren. Bei allen Lösungen ist jedoch der zweite Apparat immer erreichbar. Das bedeutet, die Telefonanlage erkennt nicht, wenn auf einem der beiden Geräte gesprochen wird und sendet auch kein Besetztsignal.

Lösung 1: Rufgruppen

Die einfachste Lösung ist die Nutzung von Rufgruppen. Die Rufgruppe erhält die interne Durchwahl des Teilnehmers und die entsprechenden Geräte des Teilnehmers werden in diese Rufgruppe aufgenommen. Wichtig ist in den Teilnehmer Einstellungen der jeweiligen Geräte, die Caller-ID auf die Rufnummer der Gruppe zu setzen. So erscheint bei internen Anrufen immer die korrekte Nummer im Display.

Lösung 2: Mobility-Extension

Eine weitere Lösung ist die Einbindung des zweiten Gerätes über eine "Mobility-Extension". Dazu muss in der Telefonanlage ein Service-Provider auf die Loopback-Adresse eingerichtet werden.

Hintergrund: Die Funktion "Mobility-Extension" wählt immer über eine externe Verbindung das angegebene Ziel an. Da aber ein internes Ziel erreicht werden soll, wird als externes Amt eine Verbindung der Telefonanlage auf sich selber genutzt. Dazu bietet sich die Loopback-Adresse an, über die Netzwerkpakete an die eigene Netzwerkschnittstelle gesendet werden.

Die Einrichtung erfolgt im Web-Interface der Telefonanlage unter PBX -> Verbindungen -> VoIP-Verbindungen -> Service-Provider

mobilityextension1

Providername: Kann frei vergeben werden
Hostname/IP: 127.0.0.1
Alle weiteren Angaben bleiben unverändert.

Danach muss eine abgehende Route eingerichtet werden, um die Nutzung des neu angelegten Providers zu ermöglichen. Dazu wird unter PBX -> Abgehende Anruf-Kontrolle -> Abgehende Routen eine neue abgehende Route angelegt.

mobilityextension2

Routenname: Frei wählbar
Wählmuster: 9. (Entferne 1)
Mitglieder Nebenstellen: Alle Nebenstellen
Verfügbare Verbindung: Die im ersten Schritt angelegte VoIP-Verbindung

Alle nicht genannten Einstellung in diesem Schritt müssen nicht geändert werden.
Das Wählmuster wurde mit einem Präfix eingerichtet, um genau diese abgehende Route zu nutzen. Das Präfix wird mit der zweiten Einstellung (Entferne 1) wieder entfernt, damit die korrekte Nummer angewählt wird.


Zum Schluss muss noch die Mobility-Extension eingerichtet werden. Dazu wird der gewünschte Teilnehmer geöffnet unter PBX -> FXS/VoIP-Nebenstellen. Im Pop-Up Fenster des Teilnehmers wird in den Tab "Andere Einstellungen" gewechselt.

mobilityextension3

Aktiviere Mobility-Nebenstelle: Haken setzen
Gleichzeitig klingeln: Haken setzen
Mobility-Nebenstellennummer: Rufnummer der internen Nebenstelle, die als zweites Gerät dient. Präfix nicht vergessen

Lösung 3: IAX-Protokoll nutzen

Die MyPBX-Telefonanlagen unterstützen neben dem SIP-Protokoll auch das Asterisk-Protokoll IAX. Somit kann pro Nebenstelle ein Geräte per SIP angemeldet werden und ein weiteres Gerät per IAX.

Eine Softwarelösung, die das Protokoll IAX unterstützt, ist Zoiper.

Um beide Protokolle zu nutzen, muss die Nebenstelle entsprechend eingerichtet werden. Dazu öffnet man PBX -> FXS/VoIP-Nebenstellen und legt eine neue Nebenstelle an. Wichtig ist hier die Protokollart zu wechseln.

iax1

Sobald die Nebenstelle angelegt wurde, können Sie die Geräte entsprechend einrichten.